Wissembourg, eine kleine malerische Stadt von 7500 Einwohnern (mit den Vororten Weiler und
Altenstadt), liegt ungefähr 60 km nördlich von Strasbourg an der deutsch-französischen
Grenze, dort, wo die Nordvogesen und die Rheinebene aufeinander stoßen.
Ein Blick auf die Geschichte...
Sie beginnt mit der Gründung einer Benediktinerabtei im 7.
Jhrdt. Die
Abtei verdankt ihren Ruhm u.a. der "Evangelienharmonie" des Mönches
Otfried (869 n.Chr.), einer der ältesten Dichtungen in althochdeutscher
Sprache.
Im 12. Jhrdt. kann sich die Stadt von der Abtei lösen und wird zur
freien Reichsstadt; befestigt wird sie ein erstes Mal im 13. Jhrdt. 1678, unter Ludwig
XIV., wird die Stadt französisch.
Im 18. Jhrdt. nahm Wissembourg den aus Polen vertriebenen König
Stanislas Leszczynski auf, dessen Tochter 1725 den französischen König Ludwig XV.
heiratete. Die Trauung fand durch Prokuration im Straßburger Münster statt, Ludwig XV.
war 15 Jahre, Marie 22 Jahre alt. Als Erinnerung an dieses Ereignis heißt unser Gymnasium
"Lycée Stanislas".
Die Vergangenheit hat hier zahlreiche Spuren
hinterlassen: schöne Fachwerkhäuser, den Wohnsitz des polnischen Königs Stanislas (18.
Jhrdt.), das Salzhaus mit seinem gewaltigen
Dach, die Zehntscheuer, die alten Waschsteine im Bruch und die Stadtmauer.
Wissembourg besitzt auch zwei bedeutende Kirchen:
die Johanneskirche, in der 1522 der Reformator Martin Bucer gepredigt hat, und die
Abteikirche Peter und Paul (13. u. 14. Jhrdt.) mit ihrem Kreuzgang
(14. Jhrdt.), die zweitgrößte gotische Kirche des Elsaß neben dem Straßburger
Münster; nicht zu vergessen die schöne romanische Kirche Sankt
Ulrich in Altenstadt (11. u. 12. Jhrdt.).
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